Tagebuch einer Lehrkraft

Tagebuch einer Lehrkraft (VII)

Modul: Einkaufen

Das Modul Einkaufen gehört wohl zu den praktischsten Modulen des Konzepts des Erstorientierungskurses. Es lassen sich unglaublich gut Materialien des täglichen Lebens verwenden, welches einen außerordentlich guten Nutzen für die Teilnehmer*innen hat. Sie können Produkte des täglichen Bedarfs benennen und wissen, wo sie diese finden. Am Ende des Moduls können die Teilnehmer*innen selbstständig einkaufen, nach Produkten fragen und kennen die Produktinformationen auf den Verpackungen.

In der ersten Stunde des Moduls geht es vorrangig darum, erste Bergriffe zum Thema zu erlernen. Es bietet sich an, in diesem Zusammenhang die Artikel einzuführen. Dazu habe ich einen Einkaufskorb mit Lebensmitteln zum Unterricht mitgebracht. Mithilfe der Lebensmittel werden dann zunächst die Bergriffe an der Tafel gesammelt und der dazugehörige Artikel. Für die Teilnehmer*innen habe ich Karteikarten mitgebracht, damit sie auf der einen Seite die Begriffe mit Artikel übertragen und auf der anderen Seite überlasse ich den Teilnehmer*innen, ob sie sich die Bergriffe in ihrer Muttersprache notieren oder ein Bild malen.

Sobald die ersten Begriffe gelernt sind, gehe ich auf den Unterschied von Essen und Trinken ein. Dazu verteile ich Supermarktprospekte, Scheren, Kleber und Plakate. Die Teilnehmer*innen arbeiten nun in Kleingruppen zusammen und suchen ihrem Thema (ESSEN oder TRINKEN) entsprechend, die Produkte aus den Prospekten und kleben sie auf die Plakate. Dieses nimmt einige Zeit in Anspruch, da wir nicht nur die Produkte aufkleben, sondern auch beschriften. So kann jede*r direkt erfahren, wie die Lebensmittel heißen. Schön zu sehen ist hier, dass alle Teilnehmer*innen gleichermaßen mitarbeiten können. Die etwas schwächeren Teilnehmer*innen übernehmen das Schneiden oder Kleben und die stärken Teilnehmer*innen übernehmen das Beschriften. Am Ende des Unterrichtstages darf jede Gruppe ihr Plakat präsentieren und wir hängen die Plakate im Kursraum auf und können so immer wieder auf diese Arbeit zurückgreifen, wenn vergessen wurde, wie die Lebensmittel heißen.


Mein Name ist Caroline Romanenko. Seit November 2017 leite ich in der Ortenau Erstorientierungskurse. Bisher habe ich an zwei verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften unterrichtet. Seit Ende 2018 bin ich in Friesenheim. Da ich nach dem Abitur und während meines Studiums der Romanischen Philologie und der Europäischen Ethnologie selbst einige Zeit im Ausland war, weiß ich wie wichtig es ist, sich verständigen zu können, um am Leben teilnehmen zu können. Es bereitet mir sehr viel Freude mein Wissen an die Teilnehmer*innen weiterzugeben und sie dabei zu unterstützen sich besser zurechtzufinden. Besonders schön ist es zu sehen, wenn meine Teilnehmer*innen nach den Modulen zu mir kommen und ganz stolz darüber sind, dass sie nun eigenständig ihre Arzttermine vereinbaren. Dafür liebe ich meinen Beruf.

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