Tagebuch einer Lehrkraft (II)

Modul: Gesundheit

Das Modul „Gesundheit“ ist vielleicht eins der wichtigsten Module in den Erstorientierungskursen, da es direkt mit dem Wohlbefinden der Geflüchteten zu tun haben kann. Die Vermittlung von Grundkentnissen über das deutsche Gesundheitssystem und Vokabeln und Redemittel zum Thema Gesundheit werden von den Geflüchteten als sehr hilfreich und praktisch empfunden.

Das Ziel für den heutigen Unterricht ist es, die Schüler mit den unterschiedlichen Körperteilen sowie deren möglichen Beschwerden bekannt zu machen. Zuerst wird den Schülern eine Zeichnung des menschlichen Körpers vorgelegt, mit welcher sie die einzelnen Körperteile und deren Artikel lernen können. Jedes Körperteil wird zum Lernen der Aussprache laut von der Lehrkraft vorgelesen und die Schüler benennen nacheinander verschiedene Körperteile an sich selbst. Danach werden die Pluralformen anhand von diesem Beispielsatz gelernt : „Ich habe zwei Beine/ Augen / Füße“ usw. Während des Unterrichts werden die Fehler von einzelnen Schülern gleichzeitig korrigiert und an der Tafel erklärt, damit die Anderen davon lernen können  (eine häufige Verwechslung ist “Zähne“und „Zehen“).

Wenn die Schüler die Begriffe gut geübt haben, gehen wir zum nächsten Schritt weiter und beschäftigen uns mit Beschwerden und Krankheiten. Hier konzentrieren wir uns zuerst auf die Beschwerden, welche das betreffende Körperteil, welches die Schüler vor kurzem gelernt haben, im Wort beinhaltet. Diese werden wieder mit dem Beispielsatz: „Ich habe Kopfschmerzen/ Zahnschmerzen/ Bauchschmerzen etc“ geübt. Neben dieser Form lernen die Schülerinnen und Schüler auch Beschwerden durch die Ausdrucksweise „mein(e)…tut weh“. Beide diese Formen werden den Schülerinnen und Schülern schriftlich vorgelegt und durch Bilder visualisiert.

Zum Schluss lernen die Schüler Fragestellungen, die beim Gespräch mit dem Arzt vorkommen können, wie zum Beispiel: „Was fehlt Ihnen?“ und „Wo haben Sie Schmerzen?“ Die Schülerinnen und Schüler lernen diese Dialogmittel wieder mit Hilfe von Zeichnungen und Bildern, welche den Dialog zwischen dem Arzt und den Patienten darstellen. Danach wiederholt jeder Schüler diesen Dialog in einem Rollenspiel mit seinem Nachbarn.

Am Ende des Unterrichtstages können die Schüler schon die äußeren Körperteile auf Deutsch benennen und deren Beschwerden in einfach strukturierten Sätzen formulieren.



Mein Name ist Maziar. Ich bin M.A. Student im Bereich Sprachwissenschaft und unterrichte die Geflüchteten seit Januar 2019 in der LEA Freiburg. Ich liebe Sprachen und interkulturelle Kommunikation und die Arbeit mit den Geflüchteten in den Erstorientierungskursen bietet das Beste von Beidem. Nichts kann das Gefühl ersetzen, wenn man die Freude der Schüler sieht, wenn sie einen Satz auf Deutsch bilden und auf sich stolz sind.

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